GESCHICHTE

Die Chronik der SG Spergau - Ein Teil Spergauer Geschichte

Die Entwicklung des Spergauer Sports ist eng mit der Geschichte Spergaus und der Region verbunden.

1891 Am 10. Juli gründen 20 Aktive den Allgemeinen Turnverein – den ATV Spergau. Im Saal des alten Gasthofes “Zur Linde“ werden die Übungsstunden abgehalten. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges herrscht dort reger Turnbetrieb. In Spergau und Umgebung dominieren die Landwirtschaft. Die Gemeinde ist ein relativ wohlhabendes und stolzes Bauerndorf. Europas Nationalstaaten wetteifern derweil in der Kolonialpolitik. Die industrielle Revolution befindet sich auf einem Höhepunkt und bringt permanent dramatische Veränderungen im öffentlichen und privaten Leben. Im Verlauf der 80er Jahre entwickelten sich unter Reichskanzler Otto von Bismarck die Anfänge der Sozialversicherung. 1888 dann das sogenannte Dreikaiserjahr: Erst stirbt Wilhelm I., wenige Monate später sein Sohn und Nachfolger Friedrich III., nun steigt dessen Sohn als Wilhelm II. auf den Thron. 1890 verlässt Lotse Bismarck das Schiff, die wankende Doppelmonarchie Österreich-Ungarn bekommt zunehmend Probleme auf dem Balkan. Die sich dort entwickelnde Krise und die selbstherrlichen Rivalitäten zwischen den europäischen Großmächten gipfeln schließlich am 1. August 1914 im Ersten Weltkrieg – der ersten großen Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

1916 Der ATV Spergau feiert sein 25. Vereinsjubiläum. Auf Empfehlung des BASF-Chefs und späteren Chemie-Nobelpreisträgers (1931) Carl Bosch wird aufgrund der zentralen Lage und der reichhaltigen Rohstoffvorkommen nahe Spergau die Ammoniakfabrik Merseburg gegründet – die bald den Namen Leuna-Werke tragen soll. Dort stellt sich gleich ein bahnbrechender Erfolg ein: Die Gewinnung von Stickstoff aus der Luft (Haber-Bosch-Verfahren) bringt Deutschland Vorteile in der Schießpulver- und Sprengstoffproduktion. In Europa tobt der Erste Weltkrieg und entfesselt in diesem Jahr die Hölle von Verdun und liefert gleich anschließend die riesige Materialschlacht an der Somme.

1919 Gründung einer Knabenabteilung. In Berlin werden im Zuge des Spartakusaufstandes Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Freikorpsoffizieren gefangengenommen und ermordet. Die verfassungsbildende Nationalversammlung flieht aufgrund der vielen Unruhen nach Weimar. Friedrich Ebert wird zum Reichspräsidenten gewählt. Der Vertrag von Versailles über die bedingungslose deutsche Kapitulation wird unterzeichnet.

1921 Gründung einer Turnerinnenabteilung. Auf Weisung der Dritten Internationale flackern in Mitteldeutschland und in Hamburg die sogenannten Märzaufstände auf. Bei Schlachten zwischen Kommunisten und Polizei sterben einige Hundert Menschen. Die Hoffnung auf einen Generalaufstand verläuft sich bereits im Ansatz. Das sich im Ausstand befindliche Leuna-Werk kapituliert nach massivem Artilleriebeschuss.

1923 Ein spektakulärer Erfolg: Kurt Podema gewinnt Gold beim Deutschen Turnfest in München. An gleicher Stätte erfolgt in der Nacht zum 9. November der Hitler-Putsch, der aber schnell niedergeschlagen wird. Im gleichen Jahr erreicht die rasende Inflation (1 Dollar = 40 Milliarden Mark) ihren Höhepunkt, tobt der Ruhrkampf gegen die französische Besetzung, tritt das Ermächtigungsgesetz u.a. zur Einschränkung von Grundrechten in Kraft. Überall flackern ständig irgendwelche Unruhen auf.

1925 Gründung einer Mädchenabteilung. Unter der Regie von BASF-Boss Carl Bosch und seines Bayer-Kollegen Carl Duisberg schließen sich die wichtigsten deutschen Chemieunternehmen (vor allem BASF, Bayer, Hoechst) zum Weltmarktführer I.G. Farben zusammen. Die wichtigste Forschungseinrichtung und Produktionsstätte dieses Giganten bilden die Leuna-Werke. In Deutschland wird nach dem Tod von Friedrich Ebert der populäre Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt. Im gleichen Jahr sorgt der Vertrag von Locarno u.a. über die Entmilitarisierung des Rheinlandes für Zündstoff.

1926/27 Bau einer vereinseigenen Turnhalle. Hauptsächlich in Eigenleistung der Mitglieder – und mit materieller Unterstützung der Leuna-Werke. Deutschland tritt in den Völkerbund ein. Der neue Hoffnungsträger und Star der Politik ist Gustav Stresemann, der aber bereits 1929 stirbt. Die Zwangsversicherung gegen Arbeitslosigkeit soll eine bessere soziale Absicherung gewährleisten.

1930 Gründung einer Handballabteilung für Männer und Jugendliche. Im gleichen Jahr gründen die Einwohner der neuen Leuna-Siedlung den Sportverein SV Spergau – basierend hauptsächlich auf den Bereichen Fußball und Leichtathletik. Hertha BSC Berlin wird durch ein 5:4 über den früheren Champion Holstein Kiel vor 45.000 Zuschauern in Düsseldorf erstmals Deutscher Meister. Die Weltwirtschaftskrise schwappt nach dem Börsencrash in den USA im Oktober 1929 (“Schwarzer Freitag“) auch auf Deutschland über.

1931 Anlage und Gestaltung des Sportplatzes am Ortsausgang Richtung Bad Dürrenberg. Der ATV etabliert sich bis 1941 als größte gesellschaftliche Organisation in Spergau. Sehr beliebt dabei auch die Laienschauspielgruppe, die unter der Regie des Turners Ewald Brauer zwischen 1924 und 1937 mit jährlichen Theateraufführungen das Weihnachtsfest bereicherte. Hertha BSC um Star Hanne Sobek verteidigt seinen Titel durch ein 3:2 über den TSV1860 München vor 60.000 Zuschauern in Köln. Derweil eskaliert der innenpolitische Kampf zwischen Roten und Braunen in permanenten Straßenschlachten. Bankenzusammenbrüche, Krise in der Landwirtschaft, fast sechs Millionen Arbeitslose.

1941 Den ATV Spergau gibt es nun bereits seit 50 Jahren. Gleichzeitig endet seine Geschichte, da alle Spergauer Sportvereine zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen werden: der Gemeinschaft für Leibesübungen – GfL Spergau. In ihr gehen auch der Kegelclub und der Schießclub auf. Der Zweite Weltkrieg ist in vollem Gange. Die deutsche Wehrmacht besetzt Bulgarien, Jugoslawien und Griechenland, und marschiert am 22. Juni dann auch in die Sowjetunion ein.

1945 Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges: Nach dem bislang schwersten Luftangriff auf die Leuna-Werke am 14./ 15. Januar sind zwei Drittel von Spergau zerstört. Am 15. April besetzen amerikanische Truppen Spergau, gemäß den Absprachen kommt der Ort später allerdings wie das gesamte Mitteldeutschland in die sowjetische Besatzungszone. Insgesamt kamen 102 Spergauer an den Fronten und bei Luftangriffen um.

1950 Am 10. September reaktiviert sich der Vereinssport in Spergau mit den Abteilungen Fußball, Handball und Kegeln – während bis 1949 eine Turnsperre verhängt bleibt. Zu DDR-Zeiten wechselt der Name des Vereins, wobei sich zuletzt und vor allem BSG Chemie durchsetzte. Von den Amerikanern eingenommen, kommt Spergau vertragsgemäß letztlich aber doch in die sowjetisch besetzte Zone. Die Entnazifizierung läuft massiv an. Deutschland leidet unter Hunger und Mangel an allem. Urteilsverkündung in den “Nürnberger Prozessen“ gegen die Hauptkriegsverbrecher. Entstehung der Bundesländer.

1954 Abschluss des Baus eines massiven Sportlerheimes mit Umkleideräumen, Tagesraum und WC am Großfeldplatz – durch die Sportler, mit Unterstützung des Rates der Gemeinde. Die westdeutschen Kicker werden durch ein sensationelles 3:2 über den haushohen Favoriten Ungarn im Berner Wankdorf-Stadion Fußball-Weltmeister. Das löst ein nationales Aha-Erlebnis aus: Wir sind wieder wer! Im Jahr zuvor war im Osten Deutschlands am 17. Juni der Volksaufstand gescheitert. Aus Wut und Trauer wird dieser Tag im Westen zum nationalen Feiertag ausgerufen.

1956 Beginn der jährlichen Landessportfeste in Spergau, an deren Gestaltung und Durchführung sich alle Abteilungen des Vereins sehr engagiert beteiligen.
Der Aufstand in Ungarn wird durch die Sowjetarmee niedergeworfen. Bundeswehr im Westen und Nationale Volksarmee im Osten Deutschlands werden aufgebaut. Der sogenannte “Kalte Krieg“ ist in vollem Gange und trennt Deutschland zunehmend in zwei voneinander völlig unabhängige Teile.

Eine zusammenhängende Darstellung über die Spergauer Sportchronik hat unser Sportfreund Dr. Peter Lindner – von der Gründung 1891 bis 2011 – zusammen gefasst und als Buch veröffentlciht.

Interessierte Leser können sich bei uns melden.

Email: info@sg-spergau.de

Neuigkeiten


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